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Rhein Main Donau Kanal
20.11.2002
Erdkunde

Verlauf des Kanals

Verlauf des Kanals

Historischer Ursprung

Bereits Im Jahre 793 versuchte Karl der Große die Ströme Donau und Rhein zu verbinden. Er ordnete den Bau eines schiffbaren "Grabens" an, der die Rezat mit der Altmühl verbinden sollte. Bis heute kann man Überreste von diesen ersten Versuchen sehen, die europäische Wasserscheide zu überwinden. Dieser Graben wurde dann Karlsgraben genannt.
Im 19. Jahrhundert ließ König Ludwig I von Bayern einen 173 km langen Kanal von Kehlheim bis Bamberg bauen (Ludwig-Main-Donau-Kanal). Der Kanal war jedoch sehr schlecht befahrbar, da auf der Strecke 100 Schleusenanlagen für den Ausgleich der Höhendifferenzen offen gelassen.

Technische Daten:

Kanallänge:

vonbisLänge
Rotterdam Mainz539 km
Mainz Bamberg384 km
Bamberg Kelheim171 km
Kelheim Schwarze Meer2.411 km
Summe Rotterdam→ Schwarzes Meer:
3505 km

Länge des eigentlichen Kanals

vonbisLängeKanalabschnitt fertiggestellt
Aschaffenburg Bamberg297 km1962
Bamberg Kelheim 171 km1992
Kelheim Passau209 km62 km noch nicht ausgebaut
Summe 677km
Quelle: http://www.schiffahrtsverein.de/wasserstr.htm

sonstige Angaben:

Investitionsvolumen Aschaffenburg - Passau
4,3 Mrd. €


Kanalabschnitt Bamberg - Kelheim


Investitionsvolumen
2,4 Mrd. €
Kanaltiefe4m
Kanalbreite55m
Schleusen16
Wehre
7
Dämme
75 km
Pumpwerke
5
Bauzeit
32 Jahre
Leistung der Kraftwerke
3.000 Mio kWh
pro Jahr
Quelle: http://www.fen-net.de/er/stadtteile/kanal/kanal.htm


Verlauf Bamberg-Kelheim
Quelle: http://www.lpb.bwue.de/aktuell/due/41_00/donau06.htm

Kontroverse um den Bau des Rhein-Main-Donau Kanals

Stellungen von verschiedenen Gruppen

pro
contra
bayerische Landesregierung, will den Wirtschaftsraum in Bayern attraktiver für die Großindustrie machen. Will den Kanal mit Hilfe von Geldern von Gesamtdeutschland aufbauen.vorherige Bundesregierung (SPD/FDP, bis 1988)
neue Bundesregierung (CDU/FDP, am 1988)
Bundesbahn, befürchtet starken Rückgang des Güterverkehrs
Regierung Österreichs, hofft auf eine Aufwertung Österreichs in der Handelsrolle
Binnenschiffer, haben Angst vor Billigschiffe aus dem Osten

Thesen der Befürworter/Gegner

Befürworter
Gegner
4 Millionen Tonnen Transportvolumen (Österreich)Zerstört die Umwelt (Volker Hauf, Bundesverkehrsminister unter SPD/FDP Regierung)
Gefahr, dass das Ganze zur größten Investitionsruine wird
jährlicher volkswirtschaftlicher Verlust von 800 Millionen Mark
Österreich hat schon mehrere 250 Millionen € in den Hafenausbau gesteckt.1 Investierter Euro kommt nur zu 50 Cent wieder herein
Baustopp würde Baustopp in weiteren bauwirtschaftlich schwachen Gebieten mit sich bringen
nur noch erwartete 3,7 Millionen Tonnen Transportvolumen
Anschluss von Bayern an das WasserstraßennetzEindringen von Ostblock-Kähnen mit Dumpingpreisen
Bauruinen würden Touristen verjagen
bestehendes Wasserstraßennetz reicht
Binnenschifffahrt billiger als Bahn / LKW

geringerer Mineralölverbrauch



Kosten-Nutzenanalyse am Beispiel des Rhein Main Donau Kanals


Anhand mehrere Studien wird eine Barwertdiagramm erstellt.
Die Werte einer solchen Studie können sehr stark künstlich beschönigt oder verschlechtert werden.
Gegenüberstellung der verschiedenen Nutzen-Kosten-Analysen
PositionBMV (1976)Planco (1981)ifo (1982)
Transportaufkommen 19903,7 Mio t/Jahr2,7 Mio t/Jahr5,5 Mio t/Jahr
Zinssatz3,5%3,5%2,8%
Nutzen gesamt765 Mio DM638 Mio DM1720 Mio DM
verkehrliche Nutzen64 Mio DM209 Mio DM563 Mio DM
Beschäftigungsnutzen118 Mio DM38 Mio DM38 Mio DM
wasserwirtschaftliche Nutzen945 Mio DM829 Mio DM1119 Mio DM
Betriebs- und Unterhaltungskosten-362 Mio DM-438 Mio DM-
Kosten gesamt1854 Mio DM1232 Mio DM1769 Mio DM
Investitionskosten1854 Mio DM1232 Mio DM1302 Mio DM
Betriebs- und Unterhaltungskosten--467 Mio DM
Nutzen-Kosten-Verhältnis netto0,410,520,96
Nutzen-Kosten-Verhältnis brutto?0,640,98


Beispiel:
Errechnen des Kosten-Nutzenprinzip:


Je nachdem, wie wirtschaftlich ein Projekt ist, wird das Bruttonutzenprinzip oder das Nettonutzenprinzip errechnet: Das Nettonutzenprinzip liefert im Betrag einen höheren Wert als das Bruttonutzenprinzip.

Der Kanal aus heutiger Sicht

Nachteile:

Prognosen nicht erreicht

Fest steht, dass die Prognosen von damals längst nicht erreicht wurden. Ein jährliches Frachtaufkommen von 18 Millionen Tonnen hielt die Rhein-Main-Donau AG einst für möglich. Heute sind es nach Angaben des Deutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsvereins 7,5 Millionen Tonnen.

Naturschützer: Artenvielfalt halbiert

600 Hektar schutzwürdige Feuchtgebiete sind laut Bund Naturschutz vor allem im Bereich des Altmühltals vernichtet worden. Die Artenvielfalt hat sich halbiert. Der Bund Naturschutz spricht von einem "ökologischen und wirtschaftlichem Desaster".

Vorteile

Trotz dieser Nachteile präsentierte Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) Anfang September eine positive Bilanz. "Der Kanal hat sich bewährt, die Prognosen haben sich mehr als erfüllt", sagte Wiesheu im Hinblick auf andere, vorsichtigere Schätzungen aus der Vergangenheit.
Auch für den Vorsitzenden des Schifffahrtsvereins, Roland Fleck, überwiegen die Vorteile. "Binnenhäfen und Güterverkehrszentren sind Beschäftigungsmotoren", sagt er. Der Verkehr auf der Wasserstraße werde sich Prognosen zufolge bis zum Jahr 2015 verdoppeln. Außerdem hält Fleck das Binnenschiff für das umweltfreundlichste Transportmittel.

Kanal versorgt wasserarmen Norden

Unumstritten ist eigentlich nur die Funktion des Kanals als "Wasser-Überleiter": Die Wasserstraße versorgt zugleich den wasserarmen Norden Bayerns mit Wasser aus dem Süden.
125 Millionen Kubikmeter Wasser flossen seit 1992 aus dem Donaugebiet nach Franken. Südlich von Nürnberg entstand das "Neue Fränkische Seenland" mit einer Kette von Seen, die im Sommer Tausende von Ausflüglern und Urlaubern anziehen.

Altmühltal wird Urlauber-Magnet

Mittlerweile ist das Altmühltal - trotz oder wegen des Kanals - auch zu einem touristischen Ziel erster Güte geworden. Kelheims Landrat Hubert Faltermeier (Freie Wähler) berichtet, dass gerade an Wochenenden Fahrradfahrer Reifen an Reifen die Wege entlang der Wasserstraße bevölkern.
Die Zahl der Gästeankünfte und Übernachtungen im Altmühltal sind im vergangenen Jahrzehnt um jeweils rund ein Fünftel geklettert und haben damit den Bayern-Durchschnitt weit übertroffen.

Quellen

http://www.aeiou.at/aeiou.encyclop.r/r576124.htm
http://www.schiffahrtsverein.de/wasserstr.htm
http://www.br-online.de/bayern-heute/thema/rmd/geschichte.shtml
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0,1872,2016197,FF.html